Die Steinnuss, auch Taguanuss oder Corozonuss genannt, ist der Samen von Palmen, die zur Gattung der Steinnusspalmen gehören.DSC09183

Die 5 bis 15 MetDSC09181er hohen Steinnusspalmen wachsen vor allem in Ecuador, auch in Panama, Brasilien, Kolumbien und Peru. Sie bevorzugen feuchte Standorte und sind bis in eine Höhe von 1800 Meter anzutreffen.

Die weiblichen Pflanzen produzieren jährlich etwa 20 kopfgroße, krustige, holzige und bedornte Fruchtballen, die direkt am Palmstamm hängen und wegen ihrer Härte nur mit der Hacke  geerntet werden. Sie sind in Kammern gegliedert und enthalten, in Fruchtfleisch eingebettet, jeweils mehrere Dutzend Samen bis zur Größe eines Hühnereis.

Nach der Ernte sind die „Nüsse“ noch weich. Die zur Verarbeitung ausgewählten Nüsse werden mehrere Monate an der Sonne getrocknet. Dabei werden sie allmählich fester, bis sie schließlich – und das ist das Besondere an der Steinnuss – durch und durch die Härte von Knochen erlangen. Unter einer braunschwarzen Außenhaut erscheint nun ein elfenbeinfarbenes Material, das sich sägen, fräsen, drechseln, schnitzen, polieren und auch einfärben lässt.

Die Bevölkerung von (zB) Ecuador fertigte allerlei Gegenstände wie Schmuck, Kämme, Zahnstocher oder Sägen daraus an. Durch den Seehandel wurden Steinnüsse dann in Europa bekannt.

Aufgrund ihres günstigen Preises wurden Taguanüsse als billiger Ersatz für das wesentlich teurere Elfenbein genutzt. So wurden Knäufe, Schachfiguren, Spielwürfel, Pfeifenköpfe, Knöpfe, Figuren, Spielzeug und vieles mehr daraus hergestellt. (vgl. wikipedia)

In Hofstetten gab es eine Knopffabrik, die solche Stein-Nüsse verarbeitet hat. Die Knopffabrik befand sich am ehemaligen Mühlbach (heute Grünsbach) an der Kreuzung mit der Friedhofstraße. Die Wasserkraft des Mühlbaches wurde genutzt. Besitzer der Knopffabrik war u.a. Carl Ritter Schierl von Moorburg. 1896 dürfte die aufgelassene Fabrik abgebrannt sein. (Mehr dazu im neuen Häuser- und Höfebuch, Hofstetten 50, S. 580 f.)

Auch heute noch gibt es Fabriken, die solche Stein-Nüsse zu Knöpfen verarbeiten. Die Firma Hirt in Graz z.B. Von der Firma Hirt haben wir auch Auskunft über die Knopferzeugung und die abgebildeten Muster bekommen.