Diese Landkarte (Bezirkshauptmannschaft St. Pölten) ist aus dem Bestand der alten Volksschule in Grünau. Sie wurde ausgemustert und hat ihren Platz in unserem Museum gefunden. Aus welchem Jahr stammt sie? Sie ist nicht datiert. Die Mariazellerbahn (1898) ist noch nicht eingezeichnet. Die Leobersdorfer Bahn (1878, früher NÖ Südwestbahn) und die Strecke Traisen – Kernhof (1893) sind schon eingetragen. Das heißt, die Karte stammt etwa aus der Zeit zwischen 1893 und 1898. Interessant sind die Einwohnerzahlen von Krems und St. Pölten. Krems hatte damals 10.584 Einwohner, St. Pölten hatte 10.906 Einwohner. Grünau ist eingezeichnet, der Name Hofstetten kommt gar nicht vor.DSC09109 DSC09111

Gerhard Hager am 6. April 2020

Vor etwa 20 Jahren wurden beim Hof Lanner (Mainburg) etwa 11 eiserne ? gefunden. Sie waren schon sehr verrostet. Wir haben damals 1 Exemplar bekommen und ein wenig restauriert. Man kann diese Ketten mittels der beiden Federn über ? stülpen. Wir haben viele Landwirte, Schmiede, „Eisenleute“ befragt, aber niemand konnte genau sagen, wozu dieser Gegenstand gedient hat. Wir glauben: Es waren Schneeketten für Pferde oder Ochsen. Man hat die Eisenteile mit den Ketten am Fuß eines Pferdes oder eines Ochsen angebracht und konnte so im Winter bei Schnee und Eis trittsicher unterwegs sein. Kennt jemand diese „Schneeketten“?DSC09065

Gerhard Hager am 5. April 2020

DSC09088 DSC09090 DSC09091Wahrscheinlich in jedem Haushalt findet sich ein Steingut- oder Porzellanstück aus Wilhelmsburg. Es gibt auch zahlreiche Sammler dieses Wilhelmsburger Geschirrs. Im Museum haben wir einige Schüsseln, Häferl, Teller, ..

1865 wurde der Betrieb k.k. priv. Wilhelmsburger Steingut und Porzellan-Fabrik Rudolf Strohmayer gegründet. 1883 übernahmen die Gebrüder Lichtenstern. 1919 enstand die Wilhelmsburger Steingutfabriks G. m. b. H.. 1925 nannte sich die Firma Wilhelmsburger Steingutfabrik Lichtenstern & Co. 1932 lesen wir: Wilhelmsburger Steingutfabrik A. G., 1935 Wilhelmsburger Steingut- und Porzellanfabrik A. G. 1938 musste Kurt Lichtenstern in die USA emigrieren und nannte sich von da an Conrad Henry Lester. Ab 1938 hieß die Firma Ostmark Keramik Aktiengesellschaft. Conrad Lester kehrte nach dem Krieg wieder nach Österreich zurück und konnte die Fabrik weiterführen.

Ab 1946 hieß die Fabrik Österreichische Keramik AG und letztlich kam 1960 der noch heute bekannte Name ÖSPAG: Österreichische Sanitär-Keramik und Porzellan-Industrie AG.

Der Firmenname verblieb auch nach der Übernahme der Fabrik durch den Schweizer Konzern Keramik Holding AG Laufen (im Jahr 1967) und nach der Beendigung der Geschirrproduktion in Wilhelmsburg (der Verlegung der Fertigung nach Tschechien im Jahr 1997). Erst im Jahr 2003 wurde der Firmenname aus dem österreichischen Firmenbuch gestrichen.

Der Sanitärkeramikhersteller Laufen Austria AG stellte die Produktion in Wilhelmsburg in Niederösterreich erst vor kurzem ein, nur mehr die Verwaltung des Betriebes bleibt in Wilhelmsburg.

Quellen: www.wikipedia.org; https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/oesterreich/2050017-Laufen-stellt-Produktion-in-Wilhelmsburg-ein.html; Rene Edenhofer: Lilien-Porzellan, 2003

 

 

 

Geld DSC09063Diese Ringe hatten früher eine Aufgabe als Tausch- und Handelseinheit. Sie waren also ein sehr frühes „Geld“. Man konnte sie bequem weitertauschen, oder auch einschmelzen. Auch als Halsschmuck dürften sie verwendet worden sein. Es gibt auch die Theorie, dass die Ringe Opfergaben gewesen sein könnten.

Um 1940 übergab ein Schulkind dem Direktor der Volksschule, Herrn OL Heinrich Gruber so einen Ring. Ein Begleitschreiben des Bundesdenkmalamtes (Korrespondent Karl Moßler) gibt an: Bronzering aus vorgeschichtlicher ( prähistorischer) Zeit. Da Begleitfunde fehlen, kann man nur angeben: Er kann aus der jüngeren Bronzezeit sein, ca. 1100 v. Chr. oder aus der älteren Hallstattzeit, ca. 900 v. Chr.(Anmerkung: 2000-1000 v.Chr. Bronzezeit, 1000-400 v.Chr. Ältere Eisenzeit, auch Hallstattzeit genannt). Der Originalfundort soll die Flur „Himmelreich“ in Dörfl/Kilb gewesen sein.

Dieter Köfler hat um 2001 einen Reifen originalgetreu nachgemacht. Dieser ist allerdings aus Eisen und nicht elastisch. (Auf dem Foto sind Susanne und Anna mit diesem Eisenreifen.)

Vor einiger Zeit konnte die Heimatforschung so einen Bronzering kaufen. Er wurde damals auf einem Altwarenmarkt feilgeboten. Glücklicherweise war ein Begleitschreiben mit Expertise dabei. „Unser“ Bronzering stammt aus dem gleichen Hortfund von Kilb. Er ist schon stark verwittert, passt aber eindeutig in diese Fundreihe. Jeder Barren hat ein Gewicht von etwa 200 g. Das Material besteht aus (ca.) 94 % Kupfer, Silber, Arsen, Antimon und Spuren von Blei. Zinn liegt unter 0,1 %. Das heißt, es ist eigentlich kein Bronzereifen, sondern ein Kupferreifen. (Quelle: Lauermann: SchatzReichAsparn, 2004, Seite 106 ff)

Edmonsonsche FahrkarteWir haben im Museum mehrere sog. Edmondsonsche Fahrkarten und auch den dazupassenden Fahrkartenapparat, eine Datumspresse. Früher gab es kleine Fahrkarten aus Karton. Erfunden hat dieses System Thomas Edmondson aus England (*Lancaster 1792, +Manchester 1851). 1841 gründete er sogar eine eigene Fahrkartenfabrik. Die Karten sind 30 x 57 mm groß. Sie wurden vom Fahrdienstleiter oder Vorstand ausgegeben und im Zug vom Schaffner entwertet (gelocht). Es gab auch Rückfahrkarten und Kinderkarten (halbe Karten). Wir zeigen auch die Datumspresse. Die Kartonkarten erhielten das betreffendDSC09135e Datum eingepresst. Das richtige Datum wurde täglich mit Rändelringen eingestellt. Unsere Datumspresse weist die Buchstaben O.N.W.B. und 2350 auf. Vielleicht (ungeklärt) stammt sie von der Öst. Nordwestbahn (ONWB), die 1869 eröffnet wurde und von Wien nach Znaim geführt hat, und kam später zur Mariazellerbahn.

 

Diese große Umlenkrolle stammt aus Plambacheck Nr. 14, Grafenhof. Sie hat einen Durchmesser von ca. 130 cm. Weil sie lange im Trockenen hing, ist sie noch gut erhalten. Sie besteht fast nur aGlobenrad dirnbergerus Holz mit wenigen Eisenverbindungen. Man hat damit früher einen schwer beladenen Wagen eine steile Wiese hinaufgezogen. Wahrscheinlich hat man damals Erde transportiert. Da es noch viel mehr Äcker als heute gegeben hat, wurde beim Pflügen immer eine Schar Erde nach unten gewendet. Irgendwann hat man die unterste Erde wieder höher hinauf gebracht. Das Umlenkrad wurde an einem festen Baum montiert. Ochsen gingen mit einem Seil die Wiese hinunter, der Wagen mit der Erde wurde hinaufgezogen. Es werden wahrscheinlich auch schwere Lasten aufgezogen worden sein. Auf einen Dachboden? Wer weiß mehr darüber?

 

Gerhard Hager am 1. April 2020

Eine häufige Freizeitbeschäftigung früherer Zeiten war das Kegelspiel. In unserer Gemeinde gab es mehrere Kegelbahnen: in Plambach (im Salettl gegenüber vom Gasthaus Zur WeiDSCN2417ntraube (Parsch), Mainburg (heute Imbiss Lechner/Dutter), Aigelsbach (Grasmann /Kogelwies), Hofstetten (Gasthaus Hanreich/ Spanseiler) und noch wo?

Es waren Kegelbahnen mit sehr einfachen Mitteln. 9 Kegel (manchmal schon sehr gebraucht), mehrere Kugeln (aus Eichenholz oder Buchenholz – manchmal schon sehr, sehr unrund), mehrere Läden, die zu den Kegeln führten und eine Gestell, auf dem die Kugeln zurückliefen. Mehrere Kegelscheiber (seltener Kegelscheiberinnen) unterhielten sich vor allem am Freitag und Samstag Abend und auch an Sonntagen. 1 Kegelbub (machten das Mädchen auch?) verdiente sich ein wenig Trinkgeld. Er musste die Kegel wieder aufstellen und die Kugel auf ein Gestell legen und einen Schubs geben. Von dort lief sie immer bergab zurück zu den Kegelscheibern. Der Kegelbub stand in einem ganz kleinen Raum neben den Kegeln. Dort war er vor den Kugeln geschützt, trat nach dem Schub hervor und machte seine Arbeit.

Als Besonderheit gab es beim Hanreich (später Spanseiler) auch eine Kugel aus Aluminium. Sie war hohl. Die Brüder Hubmer hatten sie gegossen.

DSCN2612 DSCN2613DSCN2610In unserem Museum haben wir auch einen Tresor. Es ist ein alter Wertheim-Tresor. Nach Schätzung stammt er aus etwa 1890. Sogar der hölzerne Unterbau-Kasten ist dabei. Der Tresor ist äußerst aufwendig und großartig gestaltet.

Franz Wertheim gründete 1841 eine Firma: eine Werkzeugschmiede. Nachdem 1848 bei einem Einbruch, bei dem eine eiserne Kasse erbrochen wurde, Wertheim 600 Gulden gestohlen worden waren, fasste er den Gedanken, selbst einbruchsichere Kassen herzustellen. Am 1. September 1852 hat Franz Freiherr von Wertheim mit 85 Mitarbeitern begonnen „Feuersichere Cassen“ zu bauen. Josef Strauss komponierte sogar 1869 (auf Auftrag von Franz Wertheim) die Polka „Feuerfest“.
Bis heute ist Wertheim mit der Produktion von Tresoren und banktechnischen Einrichtungen auf den europäischen Märkten erfolgreich.
(Quelle: Firma Wertheim, www.wertheim.at und www.wikipedia.at)

Die Heimatforschung zeigt diesen Tresor als Ausstellungsstück. Er steht immer offen. Erhalten hat die Heimatforschung dieses Stück im Jahr 2015, damit es in einem Museum einen würdigen Platz findet.

Wolfgang Frei feiert am 30. März 2020 einen runden Geburtstag. Wir gratulieren alle sehr herzlich. Wir wünschen Wolfgang Gesundheit, Zufriedenheit, etwas Glück, … Wir wünschen uns, dass er so bleibt, wie er ist.

11171_Heimatforschung 12359 12434_VS_2003Wolfgang Frei stammt aus Heidenreichstein. Er ist ein echter Waldviertler und trotzdem er schon lange  ein Pielachtaler ist, ist er im Herzen auch ein „Waldviertler“ geblieben. Nach der Matura studierte er an der Pädagogischen Akademie in Krems. Dort traf er auch seine spätere Frau Veronika und kam mit ihr ins Pielachtal. Er diente als Lehrer an der Volksschule Grünau, die er später auch jahrelang leitete. Seine große Liebe war die Arbeit mit den Kindern, für die er immer ein sehr großes Herz zeigte. Er blieb in Hofstetten, baute sein Haus, gründete eine Familie. Er engagierte sich auch immer für die Mitmenschen. Harmonie, Verständnis für einander, Sozialität waren und sind ihm immer wichtig gewesen. So leistete er und leistet sehr viel für die Gemeinde in verschiedenen Vereinen und Institutionen (wie zB Sportunion, bei Vernissagen, Motorradfahrer, …), war auch Gemeinderat und engagiert in vielen Angelegenheiten. Auch die Kunst nimmt einen großen Stellenwert ein. Als Maler, Tonkünstler, Kunstschaffender ist er uns allen bekannt.

In der Heimatforschung ist er uns allen ein wichtiger Eckpfeiler. Wir schätzen seine Ideen, seine Projekte, seine Bereitschaft zur Mithilfe in allen Belangen.

Kurz gefasst: Lieber Wolfgang, sehr geehrter Herr Dir. OSR Wolfgang Frei, wir wünschen alles Gute zum Geburtstag! Ad multos annos!

2017 haben Nina und Tina Spielbichler diese Steinkugel auf einem Schotterhaufen beim Haus ihrer Großeltern (Lanner, Grünsbach 21, Höllerer) gefunden. Wie sie dort hin gekommen ist, wird ein Rätsel bleiben. Die Kugel ist sehr gleichmäßig. Nach Rücksprache beim Landesgeologen der NÖ Landesregierung haben wir erfahren: Es ist ein Produkt, das Menschen so gemacht haben. Die Natur würde einen Stein (zum Beispiel im Wasser) nicht so gleichmäßig formen. Nach weiteren Recherchen haben uns Fachleute mitgeteilt: Es handelt sich um einen mschleuderkugel_nina_tinaittelalterlichen Schleuderstein. Der Stein wurde als Wurfgeschoß verwendet. Die Steinkugel hat einen Durchmesser von 3,6 cm. Dieser Schleuderstein bleibt im Besitz von Nina und Tina, ist aber als Leihgabe in unserem Museum zu sehen.