Gerhard Hager am 2. Juni 2020

DSC09674 DSC09673Heute wurden die Befestigungsarbeiten erledigt. Das Wielander-Kreuz steht! Wir freuen uns sehr.

Der derzeitige Besitzer und Bewohner vom Hof Grünsbach 1 ist Franz Wielander.

Im Laufe der Zeit verwitterte und vermorschte der Bildstock, der nahe beim Haus stand (steht). Im Jahre 2019 lehnte er nur mehr abgemorscht im Fliederstrauch und drohte ganz umzufallen.

Die Heimatforschung Hofstetten-Grünau bot Herrn Franz Wielander, Besitzer von Grünsbach 1 (Klein-Öd) an, den Bildstock neu zu erreichten. Und so geschah es.

Der neue Bildstock wurde in Form, Art und Aussehen dem alten Bildstock nachgestaltet. Im Oktober 2019 wurde der alte Bildstock abtransportiert. Er sollte als Muster für den neuen Bildstock dienen. Die Tischlerei Markus Weber aus Weinburg (Brüder-Teich-Straße 1) fertigte aus Lärchenholz einen neuen Bildstock an. Karl Zandl aus Grünsbach 87 baute aus Nirosta-Metall ein Befestigungsgestell. Im Mai 2020 betonierte die Heimatforschung einen Sockel am gleichen Ort, wo der alte Bildstock gewesen war. Manuel Scholze-Simmel aus Grünsbach 100 fertigte ein kupfernes Dach, um den Bildstock vor Nässe zu schützen. Als Heiligenbild wurde ein Hinterglasbild aus dem Besitz von Gerhard Hager verwendet. Es zeigt die Hl. Familie auf der Flucht nach Ägypten. Gemalt wurde das Hinterglasbild im Jahre 1982 von SR Franz Heuer aus Grünsbach 60. Auf dem Fuß des Bildstocks wurde ein kleines Schild (gemacht von der Geschützten Werkstätte St. Pölten) angebracht: Darauf steht: „Wielander – Bildstock // 2020 // Heimatforschung Hofstetten-Grünau“.

Besondere Verdienste um die Neu-Errichtung des Bildstockes hat sich Erich Zichtl (Am Brunnhof) erworben. Er hat alle Arbeiten koordiniert und geleitet.

Aufgestellt wurde der Bildstock im Juni 2020. Alle finanziellen Aufwendungen wurden von der Heimatforschung Hofstetten-Grünau getragen. Der Bildstock geht in den Besitz von Franz Wielander, Besitzer des Hofes Grünsbach 1, über.

Wir möchten den Bildstock in allernächster Zeit in kleinstem Rahmen segnen lassen und „eröffnen“.

Gerhard Hager am 31. Mai 2020

Die Serie „Zu Besuch im Bahnhofsmuseum“ wird mit 31. Mai beendet. Bis dahin wurden dann etwa 70 Museumsgegenstände vorgestellt.

Derzeit arbeiten wir an der nächsten Sonderausstellung. Bei dieser werden etwa 30 Persönlichkeiten aus Hofstetten-Grünau vorgestellt.

Die Personen reichen von Agnes von Plambacheck bis zum Heimatforscher Albert Huber, vom ermordeten Lehrerehepaar Hummel bis zu Pfarrer Josef Kaiser. Die Personenreihe umfasst nur bereits verstorbene Personen und beschreibt sie in Wort und Bild. Gezeigt werden auch persönliche Gegenstände dieser Personen.

Der Wielander-Bildstock

Ein weiteres Projekt geht der Fertigstellung entgegen. Einer der ältesten Bildstöcke in unserer Gemeinde ist jener beim Haus Wielander, Grünsbach 1 (Klein Öd). Schon in den Landkarten des franziszäischen Katasters (1821) ist er eingezeichnet. Er soll auf Ereignisse während der Franzosenkriege zurückgehen. Der alte Bildstock war schon in sehr  schlechtem Zustand: abgemodert, nicht mehr verankert. Nun hat die Heimatforschung einen neuen Bildstock geschaffen. Er wurde in Form und Aussehen dem alten Bildstock nachgestaltet. Danke an Franz Wielander für die Mithilfe, an die Tischlerei Weber, an Karl Zandl für das Befestigungsgestell, an unseren Spengler Manuel Scholze-Simmel, an alle Heimatforscher, die mitgeholfen haben. Der Sockel ist schon betoniert. In nächster Zeit wird der Bildstock montiert. Ein besonderer Dank geht an Erich Zichtl, der alles koordiniert hat und ganz wesentlich zum Gelingen dieses Projekts beigetragen hat.

Seit Mitte März wurden viele Museumsgegenstände vorgestellt. Mit Ende Mai endet diese Serie. Derzeit arbeiten wir an der neuen Sonderausstellung  „Lebensbilder“IMG_20200427_110847. Besuchen Sie uns, sobald es wieder möglich ist. Dann können SiIMG_20200427_110838e die beschriebenen Gegenstände auch in natura kennen lernen.

1898 erfolgte die Eröffnung des ersten Streckenabschnitts der nö. – steirischen Alpenbahn. 1905 erreichte man Laubenbachmühle, 1907 Mariazell. Eine besondere Leistung war der Bau des Gösing-Tunnels. Zwischen Puchenstuben und Gösing gelegen, ist er 2369 m lang. Entgegen anders lautenden Geschichten erreichten einander damals die beiden Bohrungen ganz genau.

Zwischen Wienerbruck und Erlaufklause kommt die Mariazellerbahn sehr nah zur Erlauf heran. Die Erlauf führt in diesem Bereich sehr wenig Wasser, weil dieses im Stausee Erlaufklause zurückgehalten wird. Das Wasser speist das Kraftwerk Erlaufklause und rinnt erst später wieder in die Erlauf. Dieser Meißel wurde in Bahnnähe im Bachbett der Erlauf gefunden. Hat er mit der Mariazellerbahn zu tun? Wurde er verloren, weggeworfen, …? Auf dem Foto mit den Gösing-Tunnel-Arbeitern sind ähnliche Meißel zu sehen. Wurde unser Meißel als Stopf-Meißel (zum Unterstopfen von Gleisschotter) verwendet?

 

Gerhard Hager am 30. Mai 2020

20200525_185152 20200525_185145Wir stellen ein Koffergrammophon der Type „The Celesta Machine“ aus. Ein Firmenhersteller konnte nicht eruiert werden. Aufgrund der Beschriftung könnte es sich aber um einen britischen Hersteller handeln.

Nach dem ersten Weltkrieg in den 1920er Jahren verdrängten handliche Koffergrammophone und Tischgrammophone endgültig die Apparate mit großen, sperrigen Trichtern. Beim Koffergrammophon wird der Schall von der Schalldose über ein hohles Tonarmrohr in das als Trichter funktionierende Gehäuse und weiter durch ein meist rückwärtig angebrachtes Gitter ins Freie geleitet.

Der Plattenteller wird durch ein Federwerk angetrieben, dessen Zugfeder in einem Federgehäuse mittels Handkurbel aufgezogen wird. Die so gespeicherte Energie wird durch das Entspannen der Feder wieder freigegeben und durch Zahnräder an eine Fliehkraftkupplung weitergeleitet. Diese regelt den Gleichlauf der Schallplattenwiedergabe. Durch eine Antriebswelle wird schließlich der Plattenteller in Bewegung gesetzt. Die Geschwindigkeit ist nun konstant und kann durch einen mechanischen Begrenzer der Fliehkraftkupplung variabel eingestellt werden.

Mit einem Grammophon können nur Schellacks abgespielt werden.

Schellacks sind viel stärker und haben eine gröbere Rille, in der ein spitzer Stahlstift als Tonabnehmer läuft. Herkömmliche Vinyl Schallplatten können damit nicht abgespielt werden.

Gerhard Hager am 29. Mai 2020

Bis zum 1. Weltkrieg genossen die Soldaten sehr großes Ansehen und es war eine „Ehre, dem Vaterland zu dienen“. Die Dienstzeit betrug 3 Jahre. Danach gab es noch 9 Jahre lang die Dienstpflicht in der Reserve.

Beim Abschied vom Heeresdienst gab es eine große Urkunde. Viele Soldaten ließen sich auch Erinnerungsstücke anfertigen. So gab es sogenannte DSC07247DSC09102„Reservistenkrüge“. Auch PfeifDSC09661en waren häufig Erinnerungsstücke an die Dienstzeit. Oft wurde der Name des Soldaten und seiner Einheit draufgeschrieben. Der Pfeifenkopf war üblicherweise aus Porzellan. Oft fehlen der Pfeifenhalter aus Holz und das Mundstück. Zumeist gab es noch eine dazupassende Kordel. Wir haben im Museum 4 Porzellanpfeifen verschiedener Erhaltungsstufen.

Auf Pfeife 1 steht: „Erinnerung an meine Dienstzeit“ und der Spruch: „A Pfeifchen voll Tabak, und a Pitsch’n voll Bier, ist mir nicht so lieb, als a Pusserl von Ihr“.
Pfeife 2: kuk Inf Reg Freih. v. Hess
Pfeife 3: kuK Dragonergegiment Erzh. Jos. August  N 15, Franz Maier. (Diese Dragonerregiment war ein Kavallerieregiment in  Wels)
Die Pfeife 4 ist aus dem Besitz von Johann Stuphan (eigentlich Stupphann, Grünsbach, Fischereck) ist am besten erhalten. Johann Stupphann diente bei den Hessern Nr. 49. Noch heute erinnert die Hesserkaserne in St. Pölten an diesen Freiherrn und das Regiment.

Auf der Stuphan-Pfeife lesen wir: „Lange hat’s gedauert, dass Alles nimmt ein End‘, Du schwarze Brünnerstadt, und 49 stes Regiment!“ (Die Stammkaserne der Hesser war nämlich in Brünn.)

 

 

Der erste Teilabschnitt der Mariazellerbahn wurde 1898 feierlich eröffnet. Im März 2015 wurde das Abstellgleis im Bahnhof Hofstetten weggerissen. Ein kleines Originalstück der Schienen davon wur20200525_184438de uns übergeben. Es stammt von der Erstverlegung. Die Mariazellerbahn ist ja eine Schmal20200525_184430spurbahn mit 760 mm Spurweite,  mittlerem Schwellenabstand  690 mm. Das Schienenstück stammt aus der  Schienenerzeugung im Stahlwerk Donawitz /Stmk. Es ist deutlich die Prägung „1884“ zu sehen.

 

 

 

Gerhard Hager am 27. Mai 2020

Pulverflaschen, auch Pulverbüchsen oder Pulverhörner, wurden zur Aufbewahrung von Schießpulver (Schwarzpulver) genutzt. Aus diesen Behältern füllte man das Schwarzpulver als Treibladung in der Lauf eines Vorderladergewehres, bevor das eigentliche Geschoss geladen wurde.  Der Bodes eines Pulverhorns ist zumeist eine kleine Holzplatte. Mit manchen Pulverhörnern konnte man die entnehmbare Schießpulvermenge dosieren. Diese hatten beim Ausgießer einen Schieber, der die benötigte Menge Pulver „einsperrte“.

Es gibt im Museum mehrere Pulverhörner aus echtem Horn eines Rindes. Wir haben auch einen Lederbeutel, der zum Aufbewahren des Schießpulvers diente.
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Gerhard Hager am 26. Mai 2020

Wir haben schon verschiedene Personen gefragt, was das für ein Werkzeug ist? Kann man damit etwas umbiegen (börtlen)? Ist es ein Tragegriff, um ein besonderes, vielleicht heißes Gefäß aufzuheben. Vielleicht kann uns jemand weiterhelfen und kennt die Verwendung von solch einem Stück. DSC09188 DSC09189 DSC09190

Gerhard Hager am 25. Mai 2020

Auch so eine kleine Sache wie eine Hundemarke hat eine Geschichte. Unsere Hundemarken stammen aus den Jahren 1896, 1909, 1911 und 1932. Hundemarken sind meist aus Hundemarke_1 Metall gefertigte Marken zur Kennzeichnung von Haushunden. Es ist der Nachweis, dass die Hundesteuer beHundemarke_4zahlt wurde und dient auch als Identitätsmarke. Durch die jeweilige Nummer ist der Hund zuordbar. Auf der Rückseite isHundemarke_5t meist ein Bild eines Hundes zu sehen.

In NÖ ist das Halten eines Hundes im Hundeabgabegestz 1979 (und Erweiterungen) geregelt.

(1) Für jeden Hund ist einmalig nach Einlangen einer Anzeige über den Erwerb eines Hundes oder den Zuzug mit einem Hund (§ 4 Abs. 7) eine neue Hundeabgabemarke gegen Erstattung der Selbstkosten auszufolgen. Die Hundeabgabemarke für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial und auffällige Hunde im Sinne der §§ 2 und 3 NÖ Hundehaltegesetz muss in einer, sich von den anderen Hundeabgabemarken deutlich unterscheidbaren, rötlichen Farbe ausgestaltet sein. Für die im § 3 lit.k und l genannten Hunde braucht, wenn sie nicht auf die Straße gelassen werden, keine Hundeabgabemarke ausgefolgt werden. Bei Verlust der Abgabemarke ist dem Halter des Hundes auf seinen Antrag gegen Erstattung der Selbstkosten eine Ersatzmarke auszufolgen.

(2) Auf der Hundeabgabemarke muß der Name des Landes, der Gemeinde und die laufende Abgabennummer ersichtlich sein.

Es ist zu unterscheiden, ob es ein Nutzhund ist, ob es ein Hund einer gefährlichen Rasse ist, ob der Besitzer mehrere Hunde hat, …. So scheint die Beschäftigung mit Hundemarken ein weitläufiges Thema zu sein.

 

20200422_075613 20200422_075659(0)In Hofstetten gibt es einige denkmalgeschützte Gebäude. IMG_20200518_095158 Es sind einige Bauten der 2. Wiener Wasserleitung (Aquädukte) und natürlich die Kirche mit dem Pfarrhof. In den Pfarrhof kommt man durch ein großes schönes neues Tor. Das abgebildete Kastenschloss stammt vom alten Pfarrhof-Tor. Ebenso die geschmiedeten Nägel und die beiden dazupassenden Schlüssel. Beide gehören zum selben Kastenschloss. Besonders der klappbare Schlüssel ist sehr interessant. Wahrscheinlich wurde der lange Schlüssel vor Ort deponiert und der KIMG_20200518_095207lappschlüssel konnte bequem mitgetragen werden. Die Schlüsssel haben eine Länge von 24 bzw. 22 cm. Eingeklappt hat der eine Schlüssel eine Länge von 12 cm. Pfarrer Leeb kam im Juli 1900 an die Pfarre und  schreibt in der Pfarr-Chronik: „Viele Fenster- & Türbeschläge, Türschlösser & Türschnallen repariert oder erneuert, Schloß mit 3 Schlüsseln zum Hoftor, das ich ohne Schloß angetroffen hatte, angeschafft.“ Stammen Schloss und Schlüssel aus 1900 oder wurde ein älteres Schloss eingebaut, denn das Schloss wird auf etwa 160 Jahre alt geschätzt?